Vier Minuten, in denen keiner antwortet
Was passiert, wenn Beteiligungsprofis selbst zu Teilnehmenden werden?
Wir haben die Methode „sprechen & zuhören“ ausprobiert und dabei einiges über Zuhören, Demokratie und unsere eigene Arbeit gelernt.
Vier Minuten sprechen. Niemand unterbricht. Niemand antwortet. Und danach ist erst einmal die nächste Person dran. Für uns war das ungewohnt. Wir gestalten beruflich Gespräche, moderieren Diskussion, strukturieren Konflikte und überlegen ziemlich genau, wann welche Methode zu welchem Prozess passt. Methoden selbst zu erleben, ohne gleichzeitig einen Prozess steuern zu müssen, passiert dagegen nicht besonders oft.
Anders war es bei unserer internen Schulung mit Anja Stiel. Mitgebracht hatte sie „Sprechen & Zuhören“ und eine Frage, bei der uns schnell klar wurde, dass es heute nicht bei einer Methodenübung bleibt:
Wie geht es dir mit der gelebten Demokratie in Deutschland?
Sprechen, ohne überzeugen zu müssen
Wir saßen in kleinen Gruppen zu viert zusammen. Eine Person sprach vier Minuten aus der eigenen Perspektive zu der Frage. Die anderen hörten zu. Keine Nachfragen, keine Gegenargumente, keine unmittelbaren Reaktionen Dann wechselte die sprechende Person. Insgesamt durchliefen wir drei Runden.
Klingt simpel. Im Erleben veränderte die klare Rollenverteilung einiges.