Ideenwerkstatt Viktoriakarree | Bild: Bundesstadt Bonn

Bürgerwerkstatt Viktoriakarree Wie sieht die Zukunft des Bonner Innenstadtquartiers aus?

Welche Zukunft für das Bonner Vikoriakarree? Ende 2015 trat der Rat der Bundesstadt Bonn dem Bürgerbegehren des Vereins "Viva Viktoria" bei, den Verkauf der städtischen Flächen des Viktoriakarrees zu stoppen. Ursprünglich war hier eine großflächige Shopping Mall geplant, für die Teile der bestehenden Bausubstanz inklusive des Viktoriabads hätten abgerissen werden müssen. Gleichzeitig beschloss der Rat, gemeinsam mit der Stadtöffentlichkeit Nutzungskonzepte für das Viktoriakarree zu entwickeln. 

Ziel des Verfahrens war es, die Bonnerinnen und Bonner in die zukünftige Entwicklung des Viktoriakarrees – eines innerstädtischen Wohn- und Geschäftsviertels in Bonn - einzubeziehen. Zusammen mit seinen Partnern, dem Planungs- und Architekturbüro Neubighubacher aus Köln, zuständig für die fachliche Begleitung sowie die Durchführung der Planerwerkstatt, der Empfehlungskommission und CommunityArtWorks aus Bonn zuständig für die künstlerische Begleitung und das ViktoriaAtelier, wurde Zebralog für die Durchführung und Steuerung des Werkstattverfahrens beauftragt. 

Dabei ging es zentral um Fragen konkurrierender Nutzungen und Nutzungsansprüche unterschiedlicher Stakeholdergruppen, die städtebauliche Struktur sowie die Beziehungen des Viktoriaviertels zu seinem Umfeld. Aber auch soziale und ökonomische Belange der Weiterentwicklung waren wichtig. 

Das Verfahren wurde dabei als Dialog der Stadtgesellschaft konzipiert, in dem die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit relevanten Stakeholdern und Expert*innen städtebauliche Nutzungsmöglichkeiten diskutierten, die in einer fachlich abgewogenen und politisch anschlussfähigen Empfehlung durch eine Kommission mündeten.

Grundlagen schaffen in der Ideenwerkstatt

Die Auftaktveranstaltung und die Ideenwerkstatt mit Kleingruppendiskussionen dienten dazu, die Unterschiede der Interessen und Perspektiven sichtbar zu machen und eine Bearbeitungsgrundlage für vier im Wettbewerb stehende internationale Planungsteams zu legen, die auf einer dreitägigen Planerwerkstatt die konsolidierten Perspektiven in städtebauliche Nutzungskonzepte überführten.

Ideenwerkstatt | Bild: Bundesstadt Bonn

Teams entwickeln Nutzungskonzepte in der Planerwerkstatt

Bei der Planerwerkstatt erfolgte wiederum ein enger Austausch mit der Öffentlichkeit. Den Abschluss der Bürgerwerkstatt bildete die öffentliche Sitzung der Empfehlungskommission mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, der Zivilgesellschaft, von Organisationen und Verbänden sowie aus der Bürgerschaft. In dieser Sitzung wurden die weiter ausgearbeiteten Nutzungskonzepte der Planungsteams beraten und eine Empfehlung ausgesprochen, die den städtischen Gremien übergeben wurde.

Süppchen kochen - künstlerische Interventionen von CommunityArtWorks | Bild: Bundesstadt Bonn
Süppchen kochen! Künstlerische Intervention von CommunityArtWorks | Bild: Bundesstadt Bonn

Künstlerische Interventionen im ViktoriaAtelier

Parallel war während des gesamten Prozesses im Areal ein Ladenlokal, das ViktoriaAtelier, geöffnet, in dem Kreativabende stattfanden und das als Forum für Lob und Kritik diente. Ein Begleitgremium mit allen wichtigen beteiligten Akteur*innen fungierte als „Wächter des Verfahrens“, das den Prozess laufend evaluierte. 
Auf der zentralen Beteiligungsplattform der Stadt Bonn www.bonn-macht-mit.de wurde darüber hinaus eine eigener Informations- und Dialogbereich eingerichtet, in dem von Beginn umfangreich über den Prozess, seine Ziele und die Beteiligungsmöglichkeiten informiert wurde. Außerdem wurden hier zwei Online-Dialoge flankierende zu den Vor-Ort-Veranstaltungen durchgeführt. Darüber hinaus wurden dort die Ergebnisse und Zwischenstände aller Diskussion vor Ort dokumentiert und als Download zur Verfügung gestellt.